Social Center for all!

Die Häuser denen, die sie brauchen!

Nach der gescheiterten Besetzung der Platostraße, die in öffentlichen Plena vorbereitet wurde, haben wir von vielen Seiten sowohl solidarische als auch konstruktive Kritik erhalten. Aus der Reflektion dieser haben wir erkannt, wie schwierig es ist, Menschen aktiv in den Gestaltungsprozess einzubinden. Wir haben noch keinen Weg gefunden, wie die verschiedenen Interessen gebündelt werden können, um den Prozess hin zu einem SC4A gemeinsam zu bestreiten. Trotzdem werden wir weiter versuchen, die Initiative inklusive ihrer Plena für alle so offen wie möglich zu halten. Ein Fokus unserer Strategie wird auf der Vernetzung mit bereits bestehenden politischen Initiativen liegen. Das Ergebnis des Reflektionsprozesses, der nach einem Jahr politischer Arbeit und Organisation dringend notwendig war, findet sich in folgendem, kollektiv verfassten Selbstverständnis.

Das SC4A soll ein selbstverwalteter Raum sein. Dort soll Menschen die Möglichkeit eröffnet werden, aus der Tristesse der Vereinzelung auszutreten, Kämpfe zu vereinen und gemeinsam zu bestreiten – sei es gegen Entmietung, Abschiebung, Hartz IV, Diskriminierung oder den allgegenwärtigen Leistungsdruck. All dies soll in einer solidarischen Atmosphäre stattfinden. Wir wollen einen Ort, an dem Hoffnung beim Kampf um Gesellschaftsveränderung geschöpft werden kann und von dem aus Ansätze zur politischen Veränderung nach außen getragen werden.

Wir haben gelernt, dass es auch in Gemeinschaften, in denen ein gewisser Grundkonsens des solidarischen Miteinanders gelebt wird, wichtig ist, sich zu bestimmten politischen und gesellschaftlichen Grundsätzen unmissverständlich zu positionieren. Als SC4A lehnen wir menschenverachtende Einstellungen klar ab.
Den Austausch und die kritische Reflektion über einzelne Ansichten schließt diese Haltung dabei nicht aus. Wir alle werden mit dem uns umgebenden Unsinn erzogen und das sollten wir berücksichtigen, wenn wir einander begegnen.
Wir wollen uns mit unseren eigenen Einstellungen und möglichen Vorurteilen auseinandersetzen, um stereotype Denkmuster zu überwinden. Jedoch muss klar gesagt werden, dass Antisemitismus, Antiziganismus und ähnlichen Gesinnungen sowie Diskriminierung aller Art, z.B. aufgrund vermeintlicher Herkunft, Geschlecht oder sexueller Orientierung, eine strikte Absage erteilt wird.

Wir wollen Entscheidungen im Konsens treffen. Es ist ein Versuch, sich auf Augenhöhe zu begegnen, der kapitalistischen Ellenbogengesellschaft mit ihrem Leistungsdruck und Konkurrenzkampf unsere Praxis der Solidarität und der basisdemokratischen Entscheidungsprozesse entgegenzusetzen.

Wir denken, je mehr Leute das Social Center mit Ideen füllen, desto mehr kann am Ende umgesetzt werden. Unsere Ideen beinhalten politische Bildungsarbeit, Sprachkurse, Stärkung und Gründung von Initiativen durch das Stellen von Arbeitsräumen sowie einen großen Plenumsraum, Schaffen eines Rückzugsraumes, Diskussionsrunden, Kunstprojekte, Werkstätten, Proberäume sowie Möglichkeiten zur Vernetzung.

Wir wollen uns nicht von Institutionen und Autoritäten abhängig machen, auch wenn es Situationen geben mag, in denen es unumgänglich ist, mit deren Akteur*innen in Verhandlungen zu treten. Deshalb zählen wir auf eure Unterstützung, vor allem wenn es in den kommenden Wochen wieder darum geht, wie ein SC4A in einem Gebäude umgesetzt werden kann

– SocialCenter for all – Now!