PM: Offener Brief an den Oberbürgermeister und die Fraktionen der Ratsversammlung der Stadt Leipzig

Pressemitteilung:

+++ Social Center for all! Leipzig fordert Positionierung der Stadt Leipzig +++ Vertreter_innen kündigen Besuch der folgenden Ratsversammlung an +++ Initiative lädt Interessierte und Pressevertreter_innen zum nächsten Utopia Workshop am 16. Dezember um 18 Uhr in die Erziehungswissenschaftliche Fakultät +++

Die Kampagne Social Center for all! Leipzig rief Mitte November zur Gründung eines sozialen Zentrums in Leipzig auf und forderte von der Stadt Leipzig: „Gebt uns ein Haus für unsere Anliegen oder wir nehmen die Sache selbst in die Hand!“ Einen Monat später ist dem Bündnis keine Reaktion der Stadt Leipzig zugestellt worden. Aus diesem Grund haben sich die Beteiligten des Utopia Workshops am 9. Dezember entschlossen, die Forderung mit einem Offenen Brief zu untermauern. Pressesprecherin Noa König dazu: „Wir haben auf unserem letzten öffentlichen Workshop auch über die Form der Besetzung zur Verwirklichung unseres politisches Projekt diskutiert. Wir erfahren breite Unterstützung und halten die Aneignung von ungenutzten Räumen für legitim, wenn uns die gewählten Vertreter_innen keine andere Möglichkeit geben.“

Ob die Stadt Leipzig die Forderung nach einen Haus erfüllt, werden Vertreter_innen des Bündnisses am Mittwoch bei der Ratsversammlung erfragen und eine Positionierung der Verantwortlichen einfordern. Bereits bei der Stadtratssitzung am 19. November wurden die Stadträt_innen und der Oberbürgermeister über die Forderung informiert. Noa König: „Auch wenn die Stadt und die ihr angegliederten Institutionen in den vergangenen Jahren einen Großteil ihres Gebäudebestandes veräußert haben, wissen wir, dass noch geeignete Häuser in ihrem Besitz sind. Wir fordern die Stadt Leipzig auf, uns konkrete Angebote zu machen.“

Im Gegensatz zu dem von der Stadt Leipzig geplanten „Willkommenscenter“, das in den nächsten Monaten lediglich hinter verschlossenen, bürokratischen Türen der Stadtverwaltung geprüft wird, findet die Planung des Social Center for all! Leipzig basisdemokratisch in einem offenen Plenum statt. „Wir haben ein berechtigtes Anliegen und lassen uns nicht kriminalisieren.“ Die Initiative ist sich natürlich bewusst, dass es bereits Unterstützungsangebote für Geflüchtete in der Stadt Leipzig gibt: „Viele von uns sind selbst daran beteiligt. Wir wollen unsere Praxis zentralisieren, um miteinander ins Gespräch kommen und weitere Menschen einzubinden.“ Und sie wollen weit darüber hinausgehen: „Allein mit Hilfsangeboten werden wir die Ursachen sozialer Ungleichheit nicht überwinden können. Es ist schön, dass es gute Sozialarbeiter_innen gibt, die Geflüchtete unterstützen. Aber unter welchen Bedingungen müssen sie arbeiten? Viele Arbeiten sind schlecht oder gar nicht bezahlt. Wir wollen auch daran etwas ändern und gemeinsam danach fragen, wie Reichtum in diesem Land verteilt ist.“

Informieren können sich alle Interessierten am Donnerstag, den 16. Dezember ab 18 Uhr in der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät (Karl-Heine-Straße 22b). Dann findet der fünfte Utopia Workshop statt, bei dem weiter über das Social Center for all! diskutiert wird.