PM: Social Center for all! startet in die nächste Runde

PRESSEMITTEILUNG

+++ Social Center for all! lädt zum nächsten Utopia Workshop am Donnerstag 26.11.2015 um 18 Uhr ins Zweieck (Zweinaundorfer Straße 22) +++ Basisdemokratische Organisierung wird bekräftigt +++ Antrag der Grünen für “Willkommenszentrum” unzureichend +++ Stadtrat zeigt, dass es eine Prozess von unten braucht +++ Ein Haus soll noch in diesem Jahr bezogen werden +++

Seit dem 16. November geistert eine Idee durch die Stadt Leipzig: Menschen haben sich zusammengeschlossen, um ein Social Center for all! zu gründen. “Das Versagen der sächsischen Landesdirektion in der Unterbringung von Geflüchteten und die rassistische Gewalt verlangen nach einer gesellschaftlichen Opposition, die entgegen gegenwärtiger Tendenzen deutlich macht, dass Solidarität in dieser Gesellschaft möglich ist”, sagt Pressesprecherin Noa König. An der gegenwärtigen Debatte kritisiert die Initiative, dass marginalisierte Gruppen gegeneinander ausgespielt werden: “Es geht uns nicht nur um die Unterstützung von Geflüchteten, sondern um ein besseres Leben für alle Menschen.”

Um mit weiteren Menschen ins Gespräch zu kommen, laden die Mitwirkenden zu einem offenen Vorbereitungstreffen ein. Am Donnerstag, dem 26. November wird ab 18 Uhr im Stadtteilladen Zweieck im Leipziger Osten der zweite Utopia Workshop stattfinden, in dem auf Grundlage der bisherigen Ideen weiter diskutiert werden wird. Beteiligte Personen werden einen Überblick zum Diskussionsstand geben, warum ein soziales Zentrum entstehen soll. Dann werden alle gemeinsam in Kleingruppen diskutieren können, wie es weitergehen soll.

Schon am letzten Donnerstag hatten Aktive des Bündnisses vor dem Rathaus mit ihren Utopien für ein solches Zentrum aufgewartet und den Stadtrat und Passant_innen informiert. Parallel dazu wurde im Leipziger Stadtrat ein Antrag der Grünen-Fraktion auf Errichtung eines “Willkommenszentrums” in der Stadt Leipzig gestellt. Sie wollen in diesem Beratungsstrukturen der Stadt und einige Initiativen für Geflüchtete bündeln. Dazu Nao König: “Das Vorhaben der Grünen ist nicht mit dem unsrigen zu verwechseln. Uns geht es um einen umfassenden Prozess von unten, bei dem Geflüchtete, Menschen aus antirassistischen Initiativen und alle, die sich für ein soziales Zentrum engagieren wollen, entscheiden, wie das gemeinsame Projekt aussehen kann.”

Entsprechend den Erwartungen des Bündnisses wollte der Stadtrat dem Antrag der Grünen nicht in der eingebrachten Form zustimmen. Stattdessen wurde eine Arbeitsgruppe bei der Stadt gebildet, die bis zum April 2017 erste Ergebnisse bringen soll. Dazu König weiter: “‘Wenn ich mal nicht weiter weiß, bilde ich einen Arbeitskreis’. So agiert ein städtisches Gremium, während Menschen, die zu uns geflüchtet sind, in Turnhallen, Messehallen und bald auch in Zelten den kalten Winter aussitzen müssen und meist vergeblich auf die Bearbeitung ihrer Asylanträge warten. Während dessen entwickeln wir Visionen und sind bereit diese umzusetzen. Wir sind jedoch nicht bereit weiter zu warten, denn den Menschen muss jetzt geholfen werden – unbürokratisch und selbstorganisiert.”

Für diese Ansprüche braucht das Social Center for all! schnellstmöglich Räumlichkeiten. Wenn ihnen kein Haus zur Verfügung gestellt wird, dann wollen sie die Sache noch in diesem Jahr selbst in die Hand nehmen. Die Initiatorinnen sind sich bewusst, dass die Aneignung eines Hauses vielleicht nicht legal ist: “Hunderte, zum Teil traumatisierte Menschen zusammen in einer Turnhalle einzupferchen, ist offensichtlich legal. Wir finden dies nicht legitim. Ein Gebäude zu nutzen, das momentan nicht genutzt wird und ihm einen humanistischen Sinn zu geben, halten wir hingegen für ein legitimes Mittel.”

Pressevertreter_innen sind zum Utopia Workshop herzlich eingeladen und melden sich im Zweieck bitte bei den Pressesprecher_innen.